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Der Heilige Johannes Kapistran

Johannes Kapistran wurde am 24.6.1386 in Capestrano in Mittelitalien geboren. Mit überragender Begabung und Ehrgeiz ausgestattet, studierte er Jus, wurde bald zum Richter und stellvertretenden Bürgermeister in Perugia ernannt, pflegte seine adelige Lebensweise und war sehr erfolgreich. Nach Rimini gesandt, geriet er in Gefangenschaft, wurde schwer verletzt und hatte dabei die Vision, dass der Heilige Franz von Assisi ihn rufe.

Er trat, argwöhnisch beobachtet und mit vielen Schwierigkeiten in das Franziskanerkloster in Perugia ein und studierte Theologie. Sein Lebensweg als Prediger begann mit seiner Priesterweihe 1417. Äußerst asketisch lebend, zog er in ganz Italien umher und predigte täglich bis zu drei Stunden.

Auf dem Höhepunkt seines Ansehens erhielt Kapistran 1451 vom Papst den Auftrag zur Bekehrung der Hussiten. Dabei hielt er sich auch mehrmals in Österreich auf. Stationen seiner Reise waren unter anderen auch Pernegg, Geras, Eggenburg, Zwettl, Weitra, Krems, Wien und Wiener Neustadt. Auf seine Tätigkeit gehen Gründungen von Franziskanerklöstern in Wien, Klosterneuburg, Maria Enzersdorf, Langenlois und auch in St. Pölten (heutiges Priesterseminar) zurück.

Zur Erinnerung an seine Tätigkeit in unserer Diözese wurde ihm unsere neuerbaute Pfarrkirche 1971 geweiht.

Als die Türken in Europa immer weiter vorrückten, wurde er nach Ungarn gesandt, übernahm bei der Schlacht von Belgrad 1456 das Kommando über einen Heeresteil, der nur aus religiöser Begeisterung in den Kampf zog. Die Türken wurden geschlagen und Kapistran galt als Sieger über die Türken.

Wenige Wochen danach erkrankte er an Erschöpfung und starb, ausgelaugt von den Strapazen am 23.10.1456 in Ilok. 1514 erfolgte die Seligsprechung, 1690 die Heiligsprechung.

Kapistran, der Apostel Europas, wollte das Abendland auf der Grundlage des Evangeliums zusammenführen. Er gilt als Symbol für ein im Christentum vereintes Europa.